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Fruchtbar geforscht

Montag, 19.10.2020, Universität, Forschen

Ethiker Gabriel Hofer-Ranz promovierte sub auspiciis an der Universität Graz

Ausschließlich ausgezeichnete Leistungen von der Schule bis zur Doktorarbeit: Darauf blickt der 32-jährige Grazer Gabriel Hofer-Ranz zurück. Heute, am 19. Oktober 2020, promovierte er an der Universität Graz sub auspiciis praesidentis. Die Ehrenringe mit dem Wappen der Republik wird Bundespräsident Alexander van der Bellen allen diesjährigen Geehrten am 13. November in Wien überreichen.

Martin Polaschek, Rektor der Universität Graz, gratulierte dem Promovenden: „Exzellente Leistungen entstehen durch großen persönlichen Einsatz und aus dem inneren Antrieb, ein Thema umfassend, ausgewogen und kritisch zu bearbeiten. Diese Werte vermitteln wir allen unseren AbsolventInnen und würdigen entsprechendes Engagement gebührend.“ Gemeinsam mit Michael Walter, Dekan der Geisteswissenschaftlichen Fakultät, und Margit Reitbauer, Studiendekanin der Geisteswissenschaftlichen Fakultät, nahm Rektor Polaschek die Promotion des Absolventen der Philosophie vor.

Gabriel Hofer-Ranz hat in seiner Dissertation das so genannte Social Egg Freezing, also das vorsorgliche Einfrieren von unbefruchteten Eizellen ohne medizinische Indikation, einer ethischen Analyse unterzogen. Apple und Facebook boten diese Fertilitätsvorsorge ihren Mitarbeiterinnen erstmals 2014 kostenlos an und sorgten damit international für Aufsehen. In Österreich ist Social Egg Freezing aktuell verboten, in Deutschland und der Schweiz gibt es allerdings unterschiedliche oder gar keine Regelungen dazu. „Ich habe in meiner Dissertation – salopp formuliert – die Potenziale und Risiken dieser reproduktionsmedizinischen Technik einer Abwägung unterzogen“, schildert Hofer-Ranz.

Einerseits ermögliche Social Egg Freezing berufstätigen Frauen einen größeren Freiheitsspielraum für ihre Lebensgestaltung, insbesondere, da Ausbildungen heute oft länger dauern. „Andererseits stellt sich die Frage, wie sehr die Existenz dieser Technik einen latenten Druck zur Nutzung mit sich bringt und damit Kinder zusehends als Sand im wirtschaftlichen Getriebe wahrgenommen werden,“ erklärt der Forscher. Generell sieht Hofer-Ranz diese Art der Fertilitätsvorsorge als oberflächliche Lösung für ein größeres soziales Problem – nämlich dem der erschwerten Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Frauen. Der Vater zweier kleiner Töchter resümiert: „Den perfekten Zeitpunkt für Kinder gibt es nicht. Und wenn man Entscheidungen existentieller Natur stets auf die lange Bank des Lebens schiebt, verlernt man, sie überhaupt zu treffen.“  

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