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Honigbienen

Donnerstag, 13.06.2019, presse, Universität, Forschen

Forscher der Uni Graz melden durchschnittliche Verluste im vergangenen Winter

Hohe Verluste in Wien, geringe im Burgenland: regional sehr unterschiedlich haben die österreichischen Honigbienen den letzten Winter überdauert. Österreichweit fielen 15 Prozent der Völker aus, wie Robert Brodschneider und Karl Crailsheim vom Institut für Biologie der Universität Graz erhoben haben. Die beiden sammeln diese Daten seit 2007/08 nach international vergleichbaren Standards. „Die Anzahl der Honigbienenvölker, die den Winter nicht überleben, schwankt stark über die Jahre und Regionen“, so die Wissenschafter. Der langfristige Durchschnitt liegt bei 16,5 Prozent – „ein Wert, der in etwa den mittleren Verlusten vieler Europäischer Länder entspricht“, ergänzt Brodschneider.

Die Datenbasis für 2018/19 haben 1500 Imkereien mit mehr als 30 000 Bienenvölkern zur Verfügung gestellt. Hochgerechnet haben rund 15 Prozent der geschätzten 373 000 Völker in ganz Österreich den Winter nicht überlebt. Die geringste Sterblichkeit wurde aus dem Burgenland, Kärnten, Steiermark und Tirol gemeldet. Höhere Raten gab es in den nördlichen Bundesländern sowie in Vorarlberg. „Österreichs Imkerinnen und Imker werden in der Lage sein, die im Winter erlittenen Verluste in den nächsten Wochen auszugleichen und damit die für die Bestäubung so wichtige Honigbienenpopulation zu erhalten“, betont der Biologe.

Die Untersuchung wird auch 2020 im Rahmen des Projekts „Zukunft Biene“ durchgeführt, um langjährige Trends und etwaige neue Bedrohungen rechtzeitig erkennen zu können sowie genauere Ursachen zu identifizieren.

 

Wintersterblichkeit von Honigbienen 2018/19 (Stand: 11.6.2019):

 

Verlustrate %

Teilnehmende
Imkereien

Beteiligung der Imkereien (%)

Österreich

15,2

1534

5,5

Burgenland

9,9

35

5,5

Kärnten

11,5

147

4,9

Niederösterreich

17,0

387

8,4

Oberösterreich

17,5

276

3,4

Salzburg

16,2

74

2,9

Steiermark

13,0

218

5,4

Tirol

11,4

141

5,0

Vorarlberg

17,7

178

11,6

Wien

19,6

78

11,0

 

 

 

Wintersterblichkeit von Honigbienen in Österreich seit dem Winter 2007/08:

Jahr

Verlustrate %

2007/08

13,3

2008/09

9,3

2009/10

14,7

2010/11

16,4

2011/12

25,9

2012/13

17,3

2013/14

12,8

2014/15

28,4

2015/16

8,1

2016/17

23,0

2017/18

11,8

2018/19

15,2

Diese Untersuchung wurde nach Standards der internationalen Non-profit-Vereinigung COLOSS (Prevention of honey bee colony losses) durchgeführt. Eine eingehende wissenschaftliche Analyse der Ergebnisse der letztjährigen Studie ist soeben im Journal of Apicultural Research erschienen.

Entwicklung der Bienenhaltung in Österreich seit 1990 (Daten: Biene Österreich):

Jahr

Anzahl BienenhalterInnen

Anzahl Bienenvölker

1990

30.802

457.061

1995

28.447

393.723

2000

25.541

363.967

2003

24.421

327.346

2006

23.000

311.000

2010

24.451

367.583

2011

24.490

368.183

2012

25.099

376.485

2013

25.492

382.638

2014

25.277

376.121

2015

26.063

347.128

2016

26.609

354.080

2017

27.580

353.267

2018

29.745

372.889

 

Weiterführende Informationen:

www.zukunft-biene.at
www.bienenstand.at
www.coloss.org

Das Projekt „Zukunft Biene“ mit einer Laufzeit bis 2021 wird von der Universität Graz, der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit AGES und der Veterinärmedizinischen Universität Wien durchgeführt. Finanziert wird es vom Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus, Biene Österreich, den Bundesländern und aus Eigenmitteln der durchführenden Institutionen.

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