Ende dieses Seitenbereichs.

Beginn des Seitenbereichs: Inhalt:

Mit Widersprüchen umgehen lernen

Freitag, 19.10.2012, uni.on > Forschen, Forschen, Studieren, Umwelt-, Regional- und Bildungswissenschaften, Presse und Kommunikation

Uni Graz präsentiert neue Ergebnisse zur pädagogischen Professionalisierung im Kindergarten und Klassenzimmer

Für die einen sind sie unerfahrene PraktikantInnen. Für die anderen sind sie Autoritäten, von denen ein Verantwortungsgefühl über die Maßen abverlangt wird. Junge PädagogInnen im Kindergarten und im Klassenzimmer ringen um Anerkennung und kämpfen nicht selten mit ihren Rollenzuschreibungen. Univ.-Prof. Dr. Agnieszka Czejkowska, Leiterin des Instituts für Pädagogische Professionalisierung an der Karl-Franzens-Universität Graz, zeigt im Projekt „Facing the differences“ Widersprüche und Konfliktpotenziale des pädagogisch-professionellen Selbstverständnisses auf. Nach zwei Jahren gemeinsamen Forschens von angehenden und erfahrenen PädagogInnen im „sparkling science“-Projekt liegen die Ergebnisse vor und werden am 22. Oktober 2012 in Wien präsentiert.



Das Forschungsmaterial haben SchülerInnen und LehrerInnen der Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik Kenyongasse / Mater Salvatoris in Wien sowie Studierende und Lehrende des Instituts für das künstlerische Lehramt an der Akademie der bildenden Künste Wien aus ihren Erfahrungen in Kindergarten, Schule und Universität gewonnen und gemeinsam bearbeitet.



„Sehr eindrücklich haben wir gesehen, dass für pädagogisch-professionelles Selbstverständnis nicht nur die häufig genannten Unterschiede der Kinder – vom sogenannten Migrationshintergrund bis zu unterschiedlichen Lerntempi – relevant werden“, resümiert Projektleiterin Agnieszka Czejkowska. Man habe es mit einer Vielfalt von Differenzen zu tun, die im Unterricht gleichzeitig wirken. Der Umgang damit sollte sich nicht nur auf die Kinder beziehen, sondern auch auf die PädagogInnen, denn sie  tragen selbst zur Entstehung von Unterschieden bei, die erhebliche Auswirkungen auf den pädagogischen Alltag haben.  Czejkowska: „Sich dessen bewusst zu werden, führt auch zur Entlastung der PädagogInnen.“



Das Ergebnis sind vier Lehr-Lern-Arrangements – abgestimmt auf die spezifischen beruflichen Anforderungen: angehende PädagogInnen, gemischte Gruppen von BerufseinsteigerInnen und erfahrene Lehrende sowie Kunst- und KulturvermittlerInnen. Diese Konzepte setzen auf kollegiale Zusammenarbeit – auch über Institutionen oder Ausbildungsstufen hinweg – und leiten zur Reflexion über Selbstverständnisse und pädagogische Praxis an.



Das Forschungsmaterial macht deutlich sichtbar, dass der Bedarf an kollegialem Austausch, an gegenseitiger Beratung und Zusammenarbeit groß ist. Zugleich findet dieser Dialog oft unter hierarchischen Bedingungen statt. Dabei handelt es sich um formelle Hierarchien, wie etwa zwischen hauptverantwortlicher KindergartenpädagogIn, „SpringerIn“ und -helferIn oder zwischen SchulleiterIn und LehrerIn. Informelle Rangordnungen, etwa aufgrund des unterschiedlichen Dienstalters, nehmen ebenso Einfluss.

 

Die Herausforderung besteht in einem bewussten Umgang mit Hierarchien, der diese weder leugnet noch unreflektiert reproduziert oder benützt." Agnieszka Czejkowska


Mit diesem Kooperationsprojekt leistet die Uni Graz einen Beitrag zur vom bm:wf und bm:ukk forcierten PädagogInnenbildung NEU.



Projektpräsentation „Facing the Differences“
WANN: 22. Oktober 2012, 15 Uhr
WO: Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik / Mater Salvatoris,
Kenyongasse 4–12, 1070 Wien


Kontakt:
Univ.-Prof. Dr. Agnieszka Czejkowska
Institut für Pädagogische Professionalisierung
Tel. 0316/380-3833
E-Mail: agnieszka.czejkowska(at)uni-graz.at

Ende dieses Seitenbereichs.

Beginn des Seitenbereichs: Zusatzinformationen:

Ende dieses Seitenbereichs.