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Tabubruch

Dienstag, 18.05.2021, presse, Universität, Forschen

Theologin der Uni Graz veröffentlicht Buch über Sex, Erotik und Ehefrust in der Bibel

Die erschreckende Zahl an Frauenmorden oder noch immer nicht restlos aufgearbeitete Missbrauchsfälle in der Kirche: „Darin zeigen sich kontinuierlich die Folgen der Tabuisierung von Sexualität in der Gesellschaft“, stellt Bibelwissenschafterin Irmtraud Fischer fest. Die Dominanz der Männer, die verweigerte Gleichstellung von Homosexuellen oder restriktive Moralvorstellungen werden oft mit Hinweisen auf die Heilige Schrift – insbesondere das Alte Testament – gerechtfertigt. Die Theologin der Universität Graz räumt in einer kürzlich erschienenen Publikation mit so manchen Mythen auf. Ihr Buch „Liebe, Laster, Lust und Leidenschaft“ legt Texte über erfüllte Sexualität, gleichberechtigte Frauen, aber auch Untreue, Ehefrust und Gewalt aus. „Es ist mir wichtig, die Bedeutungsdimensionen biblischer Texte für Gesellschaften mit Geschlechterdemokratie sichtbar zu machen und denen, die sich gegen Unterdrückung wehren, Argumente zu liefern“, betont Fischer.

Zwischentöne
Die Theologin findet in ihrer Arbeit auch neue Lesarten. So legt sie etwa den fundamentalen Satz in der Genesis „männlich und weiblich schuf er sie“ (Gen 1,27) nicht traditionell als gottgewollte Erschaffung ausschließlich der Heterosexualität aus, sondern nimmt die polare Struktur des gesamten Schöpfungstextes ernst. „Wenn Gott das Meer und das Trockene entstehen lässt, ist natürlich der Strand mitgemeint, obwohl nur Gegensatzpaare genannt werden“, erklärt sie. „Das gilt auch für den Menschen: Alle Facetten sexueller Gestalt und Orientierung sind in dieser polaren Aussage enthalten.“

Der im Kohlhammer-Verlag erschienene Band wird am 20. Mai 2021 um 19 Uhr online präsentiert.

 

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