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Mittwoch, 26.11.2025

Heißer in der Höhe: Forscher:innen belegen besonders rasanten Klimawandel im Gebirge

Panoramaaufnahme vom Khumbu Gletscher in Nepal

Am Dach der Welt schreitet der Klimawandel rasanter voran als in niedrig gelegenen Regionen. Schnee- und Gletscherschmelze könnte zu Naturkatastrophen führen, belegt eine neue Studie. Foto: Daniel Prudek/Adobe Stock

In den Bergen erwärmt sich das Klima im Schnitt um die Hälfte schneller als im Flachland. Gleichzeitig gehen Niederschlag und Schneebedeckung stärker zurück. Zu diesem Ergebnis kamen internationale Forscher:innen unter der Leitung der Universität Portsmouth in einer soeben erschienenen Publikation im Fachmagazin Nature Reviews Earth & Environment. Die Veränderungen in Temperatur und Luftfeuchtigkeit bedingen Überflutungen, Erdrutsche und Dürren. „Viel gravierender als für den Wintertourismus sind die Auswirkungen für die Land- und Forstwirtschaft“, fasst Jakob Steiner vom Institut für Geographie und Raumforschung der Universität zusammen, der an der Studie mitgearbeitet hat. Das vermutlich größte Problem – unter anderem für die Steiermark – werde in naher Zukunft die zunehmende Trockenheit und die damit verbundene Waldbrandgefahr sein.

Die Forscher:innen verglichen für die aktuelle Publikation rund 200 internationale Studien und analysierten Daten aus unterschiedlichen Regionen der Erde. Im Mittel stieg zwischen 1980 und 2020 die Lufttemperatur in großer Seehöhe um 0,02 Grad pro Jahr, während der Niederschlag insgesamt um einen Millimeter, der Schneefall sogar um knapp drei Millimeter jährlich zurückging. Am stärksten von dem Wandel betroffen sind die Rocky Mountains und das asiatische Hochgebirge. Mit der Temperatur verändert sich auch die Luftfeuchtigkeit, und durch die schrumpfende Schneebedeckung lässt der Albedo-Effekt nach – das Reflektieren der Sonnenstrahlung zurück in die Atmosphäre. Das wiederum führt zu einer weiteren Erwärmung der Erdoberfläche. 

Verheerende Folgen
Die weltweiten Auswirkungen der höhenabhängigen Klimaveränderungen sind gravierend: Mehr als eine Milliarde Menschen sind von der Wasserversorgung aus dem Himalaya abhängig. Nachdem das Eis dort rasant schwindet, drohen einerseits Überschwemmungen, andererseits Dürre, wenn der Niederschlag ausbleibt. Genauere Prognosen, um mögliche Folgen besser abfedern zu können, sind momentan schwierig: „Wir brauchen mehr Messungen über 2500 Meter Seehöhe und kleinräumigere Modelle, um den Wandel in Bergregionen noch besser zu verstehen. Auf jeden Fall aber müssen wir alle mehr gegen die Erderwärmung unternehmen“, resümiert der Forscher.

Publikation:
Nick Pepin, Martha Apple, John Knowles, Silvia Terzago, Enrico Arnone, Lorenz Hänchen, Anna Napoli, Emily Potter, Jakob Steiner, Scott N. Williamson, Bodo Ahrens, Tanmay Dhar, A. P. Dimri, Elisa Palazzi, Arathi Rameshan, Nadine Salzmann, Maria Shahgedanova, João de Deus Vidal Jr., Dino Zardi: „Elevation-dependent climate change in mountain environments“, Nature Reviews Earth & Environment

Erstellt von Dagmar Eklaude

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