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Donnerstag, 29.01.2026

Neue Messungen: Uni-Graz-Forscher:innen zeigen, was Grönlands Gletscher schmelzen lässt

Luftbild von einem Gletscherabfluss auf Flade Isblink

Die Gletscher auf der Flade Isblink Eiskappe in Nordgrönland schmelzen außergewöhnlich schnell ab. Ein Team der Universität Graz hat erste Daten gesammelt, um das Phänomen genauer zu erforschen. Foto: Uni Graz/Jonathan Fipper

Abtauende Gletscher in der Arktis lassen den Meeresspiegel ansteigen und bedrohen dadurch Küstenregionen. Das Schmelzwasser, das in den Nordatlantik abfließt, kann Ozeanströmungen wie den Golfstrom verändern, die das Klima in Europa maßgeblich steuern. Um den Gletscherschwund besser erklären zu können, hat ein Forschungsteam der Universität Graz nun Lufttemperatur und Wetterbedingungen an der Flade Isblink Eiskappe in Nordgrönland genau analysiert. Dieser zweitgrößte Eiskörper der Insel verliert seit 2008 zunehmend an Dicke. Die Ergebnisse sind im Journal The Cryosphere erschienen.

„Unsere Beobachtungen deuten darauf hin, dass Flade Isblink immer stärker an Eis verliert und somit zum Anstieg des Meeresspiegels beiträgt“, berichtet Jonathan Fipper vom Institut für Geographie und Raumforschung der Universität Graz. Jedoch gab es bislang vor Ort wenig Messungen der Lufttemperatur in unterschiedlichen Höhen, die helfen, die Gletscher- und Klimaveränderungen besser zu verstehen. Die Wissenschaftler:innen ermittelten mit unbemannten Fluggeräten 130 vertikale Temperaturprofile über verschiedenen Geländeoberflächen. „Bis zu einer Höhe von rund 100 Metern beeinflusst die Bodenbeschaffenheit – also Eis, Stein oder Wasser – signifikant die Lufttemperatur“, fasst Fipper die Ergebnisse zusammen. 
Mithilfe der gesammelten Daten untersuchte das Team die Beziehung von Gletscherschmelze und Temperaturbedingungen. „Da die Eiskappe vergleichsweise flach ist, kann sie durch die Klimaerwärmung besonders stark abtauen“, ergänzt der Forscher. Die aus der Studie gewonnenen Erkenntnisse sind ein erster Schritt, um die Entwicklung besser zu verstehen. Es braucht nun weitere Studien über die sich verändernden Umweltbedingungen in der Region. 

Publikation:
Jonathan Fipper, Jakob Abermann, Ingo Sasgen, Henrik Skov, Lise Lotte Sørensen, Wolfgang Schöner: The vertical structure of the troposphere and its connection to the surface mass balance of Flade Isblink in northeast Greenland 

Erstellt von Dagmar Eklaude

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