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Donnerstag, 05.02.2026

Uni-Graz-Studie zeigt: Öffentliches Geld für Klimaschutz zahlt sich aus

Hochhäuser mitten in einer Parkanlage

Mehr Grün in Städten schützt Bewohner:innen vor Hitze. Das bewahrt den Staat vor krankheitsbedingten Kosten und Steuerrückgängen aus sinkender Produktivität. Foto: Jan/Adobe Stock

Um das Budgetloch zu stopfen, dreht der Staat derzeit jeden Euro zweimal um. Geht es um die Anpassung an den Klimawandel, hilft allerdings Investieren beim Sparen. Das zeigt eine kürzlich veröffentlichte Studie des Wegener Centers der Universität Graz. „Unsere Analysen zeigen, dass sich Schutzmaßnahmen mittelfristig mehr als auszahlen“, fasst Erstautorin Eva Preinfalk zusammen.

Dürren, Überschwemmungen oder Waldbrände belasten die öffentliche Hand, und zwar doppelt. Zum einen dotiert sie den Katastrophenfonds, der Betroffene entschädigt, und finanziert den Wiederaufbau zerstörter Infrastruktur. Zum anderen entgehen dem Fiskus Steuereinnahmen, wenn Ernten ausfallen oder die Produktivität sinkt. Österreich investiert bereits jährlich rund 600 Millionen Euro in die Klimawandelanpassung, etwa in Schutzbauten oder Renaturierung. „Diese Gelder haben wir den durchschnittlich zu erwartenden Schäden durch Klimafolgen bis 2050 gegenübergestellt“, führt Preinfalk aus. „Die Modellierung zeigt eindeutig, dass sich die Ausgaben für den Staatshaushalt rentieren“, resümiert die Forscherin. Mit Anpassung sind Steuereinnahmen pro Jahr um 1,7 Milliarden Euro höher als in einem Szenario ohne zusätzliche Investitionen. Sparmaßnahmen in diesem Bereich würden also mittelfristig zu wesentlich höheren Kosten führen. 

Steigendes Risiko
Österreich strebt an, sich landesweit gegen 100-jährige Hochwasser zu wappnen. Vor allem dicht besiedelte urbane Gebieten halten jetzt schon wesentlich stärkeren Ereignissen stand. „Mit steigender Intensität der Unwetter ist es allerdings absehbar, dass bestehende Schutzniveaus immer öfter überschritten, werden“, warnt Preinfalk. 2024 drohte bei einem tausendjährigen Hochwasser sogar der Wienfluss überzugehen. Eine Anpassung müsse nicht zwangsläufig teuer sein: „Es würde viel helfen, gezielte Maßnahmen in der Planung von Neubauten, bei der Sanierung bestehender Infrastruktur oder auch in der Land- und Forstwirtschaft stärker zu berücksichtigen“, empfiehlt die Forscherin. Auch Informationskampagnen – etwa im Gesundheitsbereich – würden einen relevanten Beitrag leisten.

Publikation:
Eva Preinfalk, Nina Knittel, Birgit Bednar-Friedl, Gabriel Bachner, Elisa Sainz de Murieta, Max Tesselaar: Fiscal implications of public climate change adaptation: An analysis of three European countries, Ecological Economics

Erstellt von Dagmar Eklaude

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