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Dienstag, 26.08.2014

Berufsbild Soldatin

Seit 1998 nimmt das Österreichische Bundesheer auch Frauen auf. Eine ernsthafte Berufsoption ist der Job Soldation für die meisten Mädchen allerdings nach wie vor nicht. Foto: Österreichisches Bundesheer.

Seit 1998 nimmt das Österreichische Bundesheer auch Frauen auf. Eine ernsthafte Berufsoption ist der Job Soldation für die meisten Mädchen allerdings nach wie vor nicht. Foto: Österreichisches Bundesheer.

Renate Schmölzer untersuchte in ihrer Dissertation das Image von Soldatinnen bei jungen Frauen.

Renate Schmölzer untersuchte in ihrer Dissertation das Image von Soldatinnen bei jungen Frauen.

Dissertantin der Uni Graz untersucht Jobvorstellungen junger Frauen

Seit 1998 nimmt das Österreichische Bundesheer auch Frauen auf. Inwieweit diese Berufsoption von jungen Mädchen auch angenommen wird, hat Dr. Renate Schmölzer in ihrer Dissertation am Institut für Volkskunde und Kulturanthropologie der Uni Graz untersucht. Ihr Fazit: „Der Zuspruch ist äußerst gering, denn das Heer ist bis heute ein männlich dominiertes Subsystem unserer Gesellschaft und daher als Arbeitgeber für das weibliche Geschlecht unattraktiv.“
Schmölzer befragte im Rahmen ihrer Forschungsarbeit Frauen zwischen 18 und 35 in typisch männlichen und typisch weiblichen Berufen, ob und aus welchen Gründen der Job als Soldatin für sie eine Option gewesen wäre. Friseurinnen oder Kindergärtnerinnen gaben ein dezidiertes „Nein“ zur Antwort, bei den Tischlerinnen oder Mechanikerinnen hatte sich die Hälfte zumindest über das Heer informiert. „Insgesamt zeigt sich das Bild, dass Mädchen traditionelle Rollenbilder nach wie vor verinnerlicht haben, Eltern und Lehrpersonen verfestigen diese noch bewusst oder unbewusst“, resümiert die Dissertantin. Wie ihre Analysen zeigen, müssen sich Frauen in Männerberufen im Regelfall besonders beweisen, werden oft als Außenseiterinnen und Konkurrentinnen gesehen. Gerade beim Bundesheer versuchen sie daher, einen männlichen Verhaltenskodex anzunehmen, geben sich aggressiver und härter und verzichten auf Make-up und andere weibliche Attribute. Von ihren Geschlechtsgenossinnen werden sie deshalb oft abwertend betrachtet.

Renate Schmölzer befragte die jungen Frauen auch nach ihrer Einschätzung von Soldatinnen und deren Berufsalltag. Praktisch alle waren der Meinung, dass die weiblichen Heeresangehörigen zum Kampf eingesetzt werden sollten, wobei zum persönlichen Schutz die meisten der Interviewten einen Mann bevorzugen würden. Außerdem sah ein Großteil diesen Beruf mit einer Familie als unvereinbar an.
Derzeit sind rund fünf Prozent der SoldatInnen Frauen, ein Anteil, der von Beginn an mehr oder minder gleichbleibt. Was Frauen zum Heer bewegt, sind etwa hervorragende Trainingsmöglichkeiten für Leistungssportlerinnen oder eine relativ hohe Jobgarantie in wirtschaftlich unsicheren Zeiten.

Erstellt von Dagmar Eklaude

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