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Raus aus der Rolle

Forschen

Friseurin ist auch anno 2017 noch einer der beliebtesten Lehrberufe bei Mädchen. Foto: iStockphoto/Rich Legg

Studie der Uni Graz zeigt, wie Vorurteile Berufswahl beeinflussen

Kfz-Mechaniker und Friseurin zählen nach wie vor zu den beliebtesten Lehrberufen bei Burschen beziehungsweise Mädchen. Warum sich Jugendliche auch im Jahr 2017 noch für geschlechtstypische Ausbildungen entscheiden, hat Ao.Univ.-Prof. Dr. Manuela Paechter vom Institut für Psychologie der Uni Graz gemeinsam mit HS-Prof. Dr. Silke Luttenberger von der Pädagogischen Hochschule Steiermark untersucht. „Bei ihren Karrierevorstellungen orientieren sich SchülerInnen zunächst an ihrem sozialen Umfeld, in erster Linie an den Eltern“, haben die Wissenschafterinnen erhoben. Berufe, die aus der Familie nicht bekannt sind, werden im Regelfall erst gar nicht in Betracht gezogen. „Und sogar die Einschätzung des eigenen Könnens wird von Stereotypen geprägt“, präzisiert die Psychologin. Traut also der Freundeskreis einem Mädchen kein technisches Talent zu, zweifelt es selbst auch an seinen Fähigkeiten.

Frühe Prägung
Die derzeit im Lehrplan für Zwölf- bis Dreizehnjährige verankerte Berufsorientierung in der Schule setzt viel zu spät an, gesellschaftliche Vorurteile haben sich in diesem Altern längst verfestigt. „Schon in der Volksschule sollten Kinder zu einer realistischen Einschätzung ihrer Interessen und Begabungen geführt werden“, empfiehlt Paechter. Das gelingt, wenn sie sich in verschiedensten Feldern betätigen können – etwa an naturwissenschaftlichen Experimenten aus ihrer Lebenswelt – und dort positive Erfahrung sammeln. Wichtig sind Erfolgserlebnisse in Bereichen, die man sich aufgrund des Geschlechts nicht zutraut.
Das Projektteam hat didaktische Empfehlungen für die Unterstützung bei der Berufswahl entwickelt. Gleichzeitig sollen Lehrkräfte für Stereotype sensibilisiert werden, die Karriereentscheidungen beeinflussen. Darüber hinaus muss die Beratung intensiviert werden. „Unsere Studie hat gezeigt, dass SchülerInnen oft Schwierkigkeiten in ausgefallenen Berufen erwarten und diese deswegen von vornherein meiden“, schildert Paechter. Auch mangelndes Wissen über die Fülle an Wahlmöglichkeiten schränken ein.

Für die Studie wurden knapp 600 Jugendliche befragt, weit über 80 Prozent davon streben einen geschlechtstypischen Lehrberuf an. „Es geht uns keineswegs darum, Mädchen in die Technik und Burschen in den Sozialbereich zu drängen“, unterstreicht die Psychologin. Wichtig sei es, dass Jugendliche ihre Interessen kennen und auf deren Basis eine Entscheidung über ihre Zukunft treffen.

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