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Montag, 27.02.2023

Equal Care Day

Grafik: Figuren Hand in Hand

Immer mehr Menschen nehmen Sorge füreinander selbst in die Hand und organisieren sich vor allem in Städten als „Caring Communities“. Foto: Gerd Altmann - pixabay

Internationaler Aktionstag am 1. März: Was gutes Leben im Alter braucht. Uni Graz untersucht, wie sorgende Gemeinschaften gestärkt werden können

Immer mehr Menschen nehmen Sorge füreinander selbst in die Hand und organisieren sich vor allem in Städten als „Caring Communities“. Ein Thema, das am Equal Care Day, dem jährlichen Aktionstag am 1. März, ganz besonders im Mittelpunkt steht. Im Projekt „Caring-Living-Labs Graz: Gut leben im Alter“, das von Klaus Wegleitner und Annette Sprung geleitet wird, untersucht die Universität Graz, wie sorgende Gemeinschaften gestärkt werden können und was sie benötigen.

„Derartige Initiativen setzen sich bereits in vielen Ländern der Welt für ein gutes Miteinander in lokalen Gemeinschaften ein, auch hier in der Steiermark“, weiß Klaus Wegleitner, stellvertretender Leiter des Zentrums für Interdisziplinäre Alterns- und Care-Forschung (CIRAC) an der Uni Graz. Das Team (Anna Kainradl, Brigitte Kukovetz und Dzenana Pupic) rund um Wegleitner und Sprung arbeitet in Kooperation mit dem Friedensbüro Graz mit einer Gemeinschaft im Grazer Bezirk Gösting. Dort werden mit den Bewohner:innen einer Siedlung Maßnahmen gestartet, die das Miteinander fördern und die Nachbarschaft stärken.
„Beispielsweise in Form philosophischer Tischgespräche oder mit Workshops zum Älterwerden“, beschreibt Wegleitner. „Vom gemeinsamen Garteln, über die Gestaltung neuer Sitzgelegenheiten, bis hin zu Gesprächen rund um Verlust, Tod und Trauer mit den Bewohner:innen werden so neue Orte der Beziehung und Kommunikation gefördert.“ Zudem werden am März in „Werkstätten des guten Lebens“ Perspektiven für weitere Aktivitäten entwickelt, bei denen sich ältere Menschen mit ihren Erfahrungen und Talenten selbst einbringen und ihre Umgebung mitgestalten können.

Anhand des konkreten Projekts entwickelt das CIRAC-Team mit Erziehungs- und Bildungswissenschafter:innen der Uni Graz, dem Friedensbüro Graz, OMEGA und dem Migrant:innenbeirat derartige Modelle weiter. „Wir schauen uns etwa an, was zukünftig neue Formen des Zusammenlebens und Wohnens im Alter sowie der gerechten Organisation von Care an Bedingungen brauchen, im Alltag und auf politisch-struktureller Ebene“, erklärt Klaus Wegleitner.
Denn es bestehen auch Fallstricke, vor denen der Forscher warnt: „Erbringen Caring Communities Kompensationsleistungen in einem überforderten Sozialstaat, der nicht mehr für alle da ist?“

Klaus Wegleitner wird das Thema mit einem Impulsvortrag bei der Konferenz „EQUAL CARE – Wege in eine fürsorgliche Steiermark“ vorstellen, die am 1. März 2023 im „Steiermarkhof“ in Graz stattfindet.

 

Erstellt von Andreas Schweiger

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