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Dienstag, 19.08.2014

Fahrzeugindustrie

Egal ob Stoßstange oder Cockpit – Kunststoffe im Auto gehören längst zur fixen Ausstattung, Recycling-Material hingegen kaum. Foto: Rainer Sturm/<a href="http://www.pixelio.de">pixelio.de</a>

Egal ob Stoßstange oder Cockpit – Kunststoffe im Auto gehören längst zur fixen Ausstattung, Recycling-Material hingegen kaum. Foto: Rainer Sturm/<a href="http://www.pixelio.de">pixelio.de</a>

Vorrang für Recycling-Kunststoff im Auto: Forschungsprojekt der Uni Graz zeigt Wege auf

Stoßstange, Zierleiste und Cockpit – Kunststoffe im Auto gehören längst zur fixen Ausstattung, Recycling-Material hingegen kaum. Dabei könnte es sowohl bei der Herstellung die Umwelt schonen als auch am Ende des Gebrauchszyklus wertvolle Rohstoffe liefern. Eine Dissertation an der Uni Graz soll Möglichkeiten aufzeigen, wie die Verwendung wiederverwerteter Kunststoffe in der Fahrzeugindustrie erhöht, und damit die Kreislaufwirtschaft angeregt werden kann.
 
„Kunststoffe im Automobilsektor sind ein hoch kontroverses Thema“, weist Schönmayr auf die zwei Seiten der Medaille hin. „Einerseits ermöglicht die Leichtbauweise eine Verringerung des Kohlendioxid-Ausstoßes. Andererseits verursacht die Produktion signifikante Treibhausgasemissionen, schädigt die Umwelt durch die Erdölgewinnung und steigert zudem die Abhängigkeit von politisch instabilen Ländern.“ Vor diesem Hintergrund setzt das Forschungsprojekt an, das David Schönmayr im Rahmen seiner Dissertation derzeit an der Uni Graz durchführt.
Sein Ziel ist es, anwendbare und effiziente Lösungen für die Automotivindustrie sowie die Recycling- und Kunststoffwirtschaft zu entwickeln und die Nachhaltigkeit zu steigern. Schönmayr: „Die Technologie dazu ist bereits vorhanden und wird den hohen Anforderungen und Sicherheitsansprüchen in der Automobilbranche gerecht.“
 
In seiner Arbeit, die er bis zum Herbst abschließen will, wird Schönmayr praktische Vorschläge liefern – etwa wie die Anwendung von recycelten Materialien in einem Serienfahrzeug gesteigert werden kann. Der Doktorand sieht auch eine Chance für den Standort Steiermark, sich als nachhaltiger Automobil-Cluster zu positionieren: „Wir brauchen eine Recycling-Renaissance.“
 
Die transdisziplinäre Dissertation ist im Forschungsschwerpunkt „Umwelt und Globaler Wandel“ der Uni Graz verankert und wird von O.Univ.-Prof. Dr. Friedrich Zimmermann, Institut für Geographie und Raumforschung, sowie Univ.-Prof. Dr. Rupert Baumgartner, Institut für Institut für Systemwissenschaften, Innovations- und Nachhaltigkeitsforschung, betreut.

David Schönmayr wird sein Projekt im Rahmen eines Vortrages des „Forum Alpbach“ morgen, den 20. August 2014, ab 11.30 Uhr im Hotel Alpbacherhof vorstellen.

Erstellt von Andreas Schweiger

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