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Dienstag, 16.10.2012

Forschend lernen

Kinder erforschen am liebsten ihre Umwelt - PädagogInnen sollen lernen, wie sie sie dabei am besten unterstützen können.

Kinder erforschen am liebsten ihre Umwelt - PädagogInnen sollen lernen, wie sie sie dabei am besten unterstützen können.

Das Projekt von Cornelia Wustmann und Andrea Maier erhielt eine sehr gut Bewertung. Fotos: Spielzimmer 5 Sinne

Das Projekt von Cornelia Wustmann und Andrea Maier erhielt eine sehr gut Bewertung. Fotos: Spielzimmer 5 Sinne

Projekt der Uni Graz entwirft neue Ansätze der PädagogInnen-Ausbildung

„Frag nicht so viel!“ oder „Dafür bist du noch zu klein!“ Das natürliche Interesse von Buben und Mädchen an der Welt um sie herum wird von Erwachsenen oft im Keim erstickt. Ihrer Neugier wird auch in der Ausbildung der PädagogInnen viel zu wenig Raum geboten, ist Univ.-Prof. Dr. Cornelia Wustmann vom Institut für Erziehungs- und Bildungswissenschaft der Karl-Franzens-Universität Graz überzeugt.

 

Die erste Professorin für Elementarpädagogik in Österreich erarbeitet deshalb derzeit in einem „Sparkling Science“-Projekt des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung (BMWF) neue Ansätze der PädagogInnen-Ausbildung. Im Mittelpunkt steht das Forschende Lernen: „Kinder hinterfragen alles und brauchen Zeit, um einer Problematik selbst nachzugehen. Es ist wichtig zu sehen, welche Themen sie wann und warum beschäftigen, und sie beim Begreifen der Welt zu unterstützen. Dazu brauchen PädagogInnen eine neugierige Grundhaltung und viel Beobachtungskompetenz.“

 

 

Vieles, was Erwachsene als selbstverständlich akzeptieren, wird von Kindern genau überprüft: Warum haftet Klebstoff? Warum leuchten Glühbirnen? Warum muss ich eine Brille tragen? Diese Fragen mit einem spielerischen Zugang zu beantworten und größere Zusammenhänge aufzuzeigen, ist für die Altersgruppe von null bis sechs Jahren zielführender als traditionelles Basteln oder gemeinsames Liedersingen, ist Wustmann überzeugt: „Natürlich sind auch Aktivitäten in der Gruppe für die Entwicklung wichtig. Dem individuellen Forschergeist der Kinder Rechnung zu tragen, fördert aber auf einfache Weise ihr Selbstbewusstsein und zugleich die Fähigkeit zu reflektieren und zu vergleichen“, so die Wissenschafterin.

 


Das kürzlich gestartete und auf zwei Jahre befristete Projekt räumt dem genauen Beobachten eine Schlüsselrolle ein: „Wir halten das gemeinsame Lernen filmisch fest und können so Fragen, Antworten und Fortschritte dokumentieren.“ Das abschließende Video wird an alle teilnehmenden Ausbildungsstätten weitergeleitet, sodass die Ergebnisse Schritt für Schritt in die Lehrpläne einfließen können.

 


Alle Partner-Institutionen im Bereich Elementar-Pädagogik, darunter Bildungsanstalten für Kindergartenpädagogik (BAKIP) in Graz, Wien und Klagenfurt sowie das „Spielzimmer 5 Sinne“ als Best-Practice-Einrichtung in Wien, sind in Wustmanns Projekt mit dem Titel „Ausbildung gemeinsam weiterdenken – BAKIP, Universität und Praxis im Dialog“ gleichermaßen miteinbezogen. „Wir möchten uns dieser Sache ganz demokratisch nähern“, betont die Forscherin, „da alle TeilnehmerInnen unterschiedliche Kompetenzen einbringen und auch wir auf diese Weise voneinander lernen möchten.“ Bei knapp 200 eingereichten Anträgen erreichte das von der „Sparkling Science“-Initiative geförderte Projekt einen Platz unter den ersten 40.

 

Dieses Projekt ist in den universitären Schwerpunkt „PädagogInnenbildung Neu“ eingebettet.


Kontakt:
Mag. Andrea Maier
Institut für Erziehungs- und Bildungswissenschaft der Karl-Franzens-Universität Graz
Tel.: 0316/380-8040
E-Mail: andrea.maier(at)uni-graz.at

 

Ein Projekt durchgeführt im Rahmen des Förderprogramms Sparkling Science, gefördert vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung.

Erstellt von Gerhild Kastrun

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