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Donnerstag, 17.09.2015

Gemeinsam helfen

Markus Trebuch, Wolfgang Benedek, Bernhard Sebl, Peter Riedler, Daniela Unger-Ullmann, Christa Neuper, Lukas Meyer, Katharina Scherke und Elisabeth Krauss (v.l.).

Die Karl-Franzens-Universität Graz schnürt ein Maßnahmen-Paket zur Unterstützung von Flüchtlingen: Markus Trebuch, Vorsitzender der ÖH Uni Graz, Menschenrechtsexperte Wolfgang Benedek, Bernhard Sebl, Leiter der Studien- und Prüfungsabteilung, Vizerektor und Koordinator der Aktionen, Peter Riedler, Daniela Unger-Ullmann, Leiterin von treffpunkt sprachen, Rektorin Christa Neuper, Lukas Meyer, Dekan der Geisteswissenschaftlichen Fakultät, Katharina Scherke, Sprecherin des Forschungsschwerpunkts Heterogenität und Kohäsion, und Elisabeth Krauss vom Studien-Info-Service 4students (v.l.). Foto: Uni Graz/Tzivanopoulos.

Karl-Franzens-Universität Graz schnürt Maßnahmen-Paket zur Unterstützung von Flüchtlingen

Angesichts der dramatischen Flüchtlingssituation der vergangenen Tage präsentiert die Karl-Franzens-Universität Graz ein erstes Maßnahmen-Paket mit Kernthemen, um AsylwerberInnen und anerkannte Flüchtlinge bei der Integration zu unterstützen und ihnen Zugang zu Bildung zu ermöglichen. Die Koordination des Maßnahmenpakets hat für das Rektorat Vizerektor Dr. Peter Riedler übernommen. Alle derzeitigen Informationen dazu sind auf der Website http://refugees.uni-graz.at bereitgestellt und werden dort laufend aktualisiert.


„Als größte Bildungseinrichtung der Steiermark ist sich die Karl-Franzens-Universität ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst. Wir möchten daher in den kommenden Wochen ein langfristig sinnvolles, flexibel erweiterbares Maßnahmen-Paket auf die Beine stellen, um auch auf künftige Herausforderungen in der Flüchtlings-Thematik entsprechend reagieren zu können“, so Rektorin Christa Neuper. Der Fokus der Initiativen liegt auf folgenden Hauptpunkten, unter deren Dach verschiedene Aktionen gebündelt werden:


Vereinfachtes Zulassungsverfahren
Sofern Personen mit entsprechendem asylrechtlichem Status bei der Inskription nur wenige oder keine Dokumente vorlegen können weil diese auf ihrer Flucht verloren gingen, besteht für ihre Aufnahme als HörerInnen an der Karl-Franzens-Universität Graz ein vereinfachtes Zulassungsverfahren. Davon ausgenommen sind die zulassungsregelten Studien Psychologie, Betriebswirtschaft, Volkswirtschaftslehre, Biologie, Molekularbiologie, Pharmazie, das Lehramtsstudium sowie die mit einem Aufnahmeverfahren versehenen Studien von NAWI Graz. Zudem bearbeitet die Uni Graz entsprechende Anträge auch nach Ende der Nachfrist für das kommende Sommersemester 2016.


Sprachkurs-Angebote für Studierende sowie für externe Personen
100 Plätze in Deutschkursen am treffpunkt sprachen-Zentrum werden als Sofortmaßnahme für anerkannte Flüchtlinge, die an der Uni Graz studieren, reserviert. Die Zahl wird nach Bedarf angepasst. Als Ausbaustufe wird angedacht, im Laufe des Wintersemesters zusätzliche Sprachlern-Angebote für uni-externe Personen zu entwerfen.


Beratungsleistungen
Die „Refugee Law Clinic“ an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät berät zusammen mit einschlägigen Organisationen Flüchtlinge zu ihrer allgemeinen rechtlichen Situation in Österreich und steht für Hintergrundinformationen zur Flüchtlingsproblematik, etwa der EU-Flüchtlingspolitik, zur Verfügung. Zudem hilft das Studien-Info-Service „4students“ bei allgemeinen Fragen rund um das Studium an der Uni Graz.


Begleitung im studentischen Alltag
In Kooperation mit der ÖH Uni Graz wird das dort bereits bestehende „Buddy“-System ausgeweitet: Studierende unterstützen Flüchtlinge beim Studium, begleiten sie im Alltag und binden sie in soziale Freizeit-Aktivitäten ein.


Bildungsangebote und langfristige Unterstützung bei der Integration
Nachhaltige und erfolgreiche Integration soll durch Interkulturelle Kommunikation direkt vor Ort erreicht werden. ExpertInnen der Uni Graz werden daher in den kommenden Wochen in enger Zusammenarbeit mit der Caritas in ausgewählten Regionen in der Steiermark regelmäßige Treffen mit Flüchtlingen organisieren, um ihnen europäisches beziehungsweise österreichisches kulturelles Hintergrundwissen zu vermitteln. Die Universität Graz wird darüber hinaus auch informative Veranstaltungen für eine interessierte Öffentlichkeit zum Themenfeld Flucht, Asyl und Integration planen.


Weitere zahlreiche Initiativen und Ideen aus verschiedenen Fakultäten der Uni Graz – wie etwa die Unterstützung von schulischen Lehrkräften im Unterricht von Deutsch als Zweitsprache oder die Einrichtung eines Spendenfonds für Uni-MitarbeiterInnen, um Flüchtlingen Stipendien zu ermöglichen – werden derzeit geprüft, koordiniert und in Kürze auf der Website http://refugees.uni-graz.at veröffentlicht.

Erstellt von Gerhild Kastrun

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