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Montag, 02.02.2015

Gut gegen Burn-out

Hilfe bei Burn-out: Durch den Einsatz von Licht wird eine Verbesserung erzielt, haben WissenschafterInnen der Uni Graz herausgefunden. Foto: Lupo/<a href="http://www.pixelio.de">pixelio.de</a>

Hilfe bei Burn-out: Durch den Einsatz von Licht wird eine Verbesserung erzielt, haben WissenschafterInnen der Uni Graz herausgefunden. Foto: Lupo/<a href="http://www.pixelio.de">pixelio.de</a>

WissenschafterInnen der Uni Graz erforschen die Auswirkungen von Licht auf die Psyche

Dass sich Licht positiv auf das Gemüt und das Wohlbefinden auswirkt, war bereits den Menschen im Altertum bekannt. In der Forschung etabliert ist vor allem der Ansatz, dass fehlendes Licht zu einer depressiven Stimmung führen kann. „Gerade in der so genannten dunklen Jahreszeit ist die Lichtmenge geringer als sonst. Dies kann auch der Auslöser für eine Herbst-Winter-Depression sein“, erklärt Univ.-Prof. DDr. Elisabeth Weiss vom Institut für Psychologie der Karl-Franzens-Universität Graz. Schlafstörungen, Antriebslosigkeit, schlechte Konzentrationsfähigkeit und mehr Appetit sind weitere Symptome dieser Krankheit. „In den vergangenen Jahren ist auch das Burn-out – das Ausgebranntsein – in den Fokus der Forschung gerückt. Nun liegen erste Ergebnisse vor“, betont Weiss. Ähnlich wie bei der Depression wirkt sich auch bei Burnout-PatientInnen das Licht positiv auf Erschöpfung und die Stimmung aus, fanden die Uni-Graz-WissenschafterInnen heraus.

Volkskrankheit
Immer mehr Menschen kommen mit den stetig steigenden Anforderungen im Berufsleben nicht zurecht, klagen über Belastungen und zeigen Erschöpfungssymptome. „Diese Belastungen führen zu einem psychischen Ausbrennen“, weiß die Psychologin. Burn-out ließe sich, so die Expertin, nur schwer von einer Depression unterscheiden; es gebe keine klar definierten Kriterien, nach denen diese Krankheit zu klassifizieren sei. Naheliegend ist daher, eine ähnliche Therapieform einzusetzen. Erste Studien an der Uni Graz haben nun gezeigt, dass Licht sehr gut gegen Burn-out wirkt: Es regt die Produktion von Serotonin im Gehirn an und lässt den Melatonin-Spiegel sinken – ist er tagsüber erhöht, sorgt er für Müdigkeit und nachts für Schlafstörungen. „Es gibt nachweislich Veränderungen auf der Neurotransmitter-Ebene. So ist die antidepressive Wirkung zu erklären“, sagt Weiss. Ein Erfolg kann bereits bei einer halbstündigen Licht-Therapie-Sitzung mit 10.000 Lux – das entspricht einem bewölkten Tag draußen – erzielt werden. Bei der Behandlung von demenziellen Erkrankungen wird diese Therapieform bereits erfolgreich eingesetzt. Beste Beispiele für Umsetzungen findet man etwa vermehrt in Altersheimen und geriatrischen Stationen, die zunehmend auf natürliches oder künstliches Licht mit sehr hellem Spektrum zur therapeutischen Unterstützung setzen.

Jahr des Lichts
2015, im dem von der UNESCO ausgerufenen „Internationalen Jahr des Lichts und der lichtbasierten Technologien“, erhalten Forschungen auf diesem Gebiet besondere Aufmerksamkeit. An der Karl-Franzens-Universität Graz finden deshalb in diesem Jubiläumsjahr – mit Unterstützung des Wissenschaftsressorts des Landes Steiermark – verschiedene Vorträgen bis hin zur Ausstellung „Licht und Schatten“ im UniGraz@Museum statt.



Erstellt von Konstantinos Tzivanopoulos

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