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Mittwoch, 20.03.2013

Höllenfahrt und Grabbesuch

Kreuztragung Christi aus dem Stift St. Lambrecht, um 1435, Inv. Nr. L 13; Leihgabe für das Grazer Universalmuseum Joanneum, Schloss Eggenberg & Alte Galerie, Digitalisat des IMAREAL Krems

Kreuztragung Christi aus dem Stift St. Lambrecht, um 1435, Inv. Nr. L 13; Leihgabe für das Grazer Universalmuseum Joanneum, Schloss Eggenberg & Alte Galerie, Digitalisat des IMAREAL Krems

Mittelalter-Experte der Uni Graz initiiert Erstaufführung der „Visitatio Sepulchri“ aus dem Admonter Passionsspiel

Stift Admont wird am 4. April 2013 zur Bühne für ein außergewöhnliches mittelalterliches „Spektakel“. In der Stiftskirche kommt es zur Erstaufführung der „Visitatio Sepulchri“ aus dem Admonter Passionsspiel, dargeboten von der Grazer Choralschola. Initiiert hat die Premiere Ao.Univ.-Prof. Dr. Wernfried Hofmeister vom Institut für Germanistik der Karl-Franzens-Universität Graz.

 

„Das Admonter Benediktinerstift beherbergt in seiner weltberühmten Büchersammlung die einzige erhaltene Niederschrift des Admonter Passionsspiels“, weiß Mittelalter-Experte Wernfried Hofmeister. Entstanden am Ausklang des Mittelalters, zu Beginn der frühen Neuzeit, geht es ursprünglich auf den Nürnberger Meistersinger Hans Sachs zurück, der die Lehren des Reformators Martin Luther verbreitete, und wurde um 1565 von einem anonymen katholischen Regisseur und Schreiber überarbeitet. „Bemerkenswert ist die sehr bühnenwirksame Aufbereitung der Inhalte“, betont Hofmeister. „Auch wenn das Stück vergeistigter und weniger üppig als frühere Spiele ausgestaltet wurde, so ist es dennoch durchaus volksnah.“

 

Das Publikum wird am 4. April Zeuge der Höllenfahrt Christi, der nach seinem Tod die Pforten des Teufels öffnet, um die Gefangenen zu befreien; sowie des Besuchs der Jünger Jesu am leeren Grab. Unter der Leitung von O.Univ.Prof. Dr. Franz Karl Praßl, Professor an der Kunstuniversität Graz, lässt die Grazer Choralschola in der konzertanten, halbszenischen Aufführung durch das Zusammenwirken von Sprache, Musik und theatralischem Gestus das Geschehen eindrucksvoll lebendig werden. Davor führt Franz Karl Praßl ins Thema ein. Zum besseren Verständnis hat Hofmeister den frühneuhochdeutschen Text für ein Begleitheft übersetzt.

 

Die Aufführung ist eingebettet in eine internationale Tagung der Oswald von Wolkenstein-Gesellschaft unter der wissenschaftlichen Leitung von Wernfried Hofmeister. Zu dieser Veranstaltung, die von 3. bis 6. April im Stift Admont stattfindet, werden zahlreiche ExpertInnen verschiedener Disziplinen aus aller Welt anreisen, um über neueste Forschungen zum Geistlichen Spiel des europäischen Spätmittelalters zu diskutieren.

>> nähere Informationen zur Tagung

 

Du Lucifer sey hiemit gepunden an!

Konzertante halbszenische Erstaufführung der Visitatio Sepulchri aus dem Admonter Passionsspiel

Zeit: Donnerstag, 4. April 2013, 20 Uhr

Ort: Admonter Stiftskirche

Der Eintritt ist frei.

>> Plakat

>> digitale Version des Admonter Passionsspiels

Erstellt von Gudrun Pichler

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