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Universität Graz Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit Presseaussendungen Ins Mittelalter hineinhören: Ausstellung an Uni Graz macht Armut damals und heute erlebbar
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Dienstag, 24.02.2026

Ins Mittelalter hineinhören: Ausstellung an Uni Graz macht Armut damals und heute erlebbar

Mittelalterliche Darstellung eines armen Mannes, der in zerfetzter Kleidung auf einem umgedrehten Bottich sitzt und mit Stroh ein Feuer im Kamin speist. Über dem Feuer hängt eine Kochschale mit einem Fisch. ©Sorgheloos („Carefree“) in Poverty – Metropolitan Museum of Art, New York, NY; The Cloisters (Sammlung), https://creativecommons

Armut im Mittelalter hatte viele Gesichter, ähnlich wie heute: Eine Ausstellung an der Uni Graz, gestaltet von Studierenden, verleiht Armen von damals eine Stimme. Bild: Sorgheloos („Carefree“) in Poverty – Metropolitan Museum of Art, New York, NY; The Cloisters (Sammlung)

Was verbindet den Schmied Giulio, der vor fast 500 Jahren in Bologna arbeitete, mit einer alleinerziehenden Mutter aus der Steiermark, die kürzlich ihren Job verloren hat? Beide haben Angst, bald ihre Miete nicht mehr bezahlen zu können. Wie fühlt es sich an, existenzielle Sorgen zu haben? Eine Ausstellung an der Uni Graz vermittelt persönliche Einblicke in Armutserfahrungen damals und heute. An Hörstationen bekommen Menschen aus dem Mittelalter eine Stimme. Eröffnet wird die Schau am 5. März 2026 im Foyer der Universitätsbibliothek.


Seit über einem Jahrzehnt befasst sich die Historikerin Tanja Skambraks mit dem Thema Armut und Armutsbekämpfung im Mittelalter. „Die Forschung geht davon aus, dass damals 50 bis 70 Prozent aller Menschen von konjunktureller Armut betroffen waren. Kriege, Epidemien oder Hungersnöte nach Missernten führten immer wieder zu Versorgungsengpässen“, weiß die Professorin der Uni Graz. Was die Wissenschaftlerin besonders interessiert, ist die persönliche Sicht der Menschen. In mittelalterlichen Quellen findet sich so einiges, was diesen Blickwinkel eröffnet. 

Im Rahmen eines von Skambraks geleiteten Seminars haben nun Geschichte-Studierende ausgehend von verschiedenen historischen Texten Hörstationen gestaltet, mit denen sie Betroffenen von damals eine Stimme verschaffen. Gleichzeitig vermitteln sie Wissenswertes über den Lebensalltag der Armen, den Umgang mit Bettler:innen, Erfahrungen von Sexarbeiterinnen, sozialen Auf- und Abstieg sowie über Armutsbekämpfung und freiwillige Armut als christliches Ideal.

Diese Hörstationen sind Teil der Ausstellung „(Leben und) Überleben in Armut in Mittelalter und Gegenwart“, einem Kooperationsprojekt von Uni Graz, Caritas Steiermark, Akademie Graz und La Strada. 
Nach der Eröffnung am 5. März wird die Schau bis Ende des Monats im Foyer der Universitätsbibliothek zu sehen sein. Zusätzlich werden Führungen für Schulklassen angeboten, und am 24. März laden die Veranstalter:innen zu einer Podiumsdiskussion zum Thema „Armutserfahrung und Armutswissen. Perspektiven aus Vergangenheit und Gegenwart“.

Ein gutes Leben für alle: (Leben und) Überleben in Armut in Mittelalter und Gegenwart

Ausstellungseröffnung: Donnerstag, 5. März 2026, 17 Uhr, Universitätsplatz 3a, 8010 Graz
Führungen für Schulklassen: 12. und 17. März 2026; nähere Informationen und Anmeldung unter tanja.skambraks(at)uni-graz.at
Podiumsdiskussion „Armutserfahrung und Armutswissen. Perspektiven aus Vergangenheit und Gegenwart“: 24. März 2026, 18.30 Uhr, Lesesaal der Universitätsbibliothek Graz
Ausstellungsdauer: 5. bis 31. März 2026
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 8 bis 22 Uhr, Samstag 9 bis 22 Uhr

Das Masterstudium Geschichtswissenschaften öffnet Türen zu interessanten Tätigkeitsfeldern in der Vermittlung von historischem Wissen.

Erstellt von Gudrun Pichler

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