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Montag, 27.06.2016

Kratzen ohne Ende

Eine Studie der Uni Graz soll klären, was bei der Haut-Kratz-Störung im Gehirn passiert. Foto: Pixabay.com

Eine Studie der Uni Graz soll klären, was bei der Haut-Kratz-Störung im Gehirn passiert. Foto: Pixabay.com

PsychologInnen der Uni Graz suchen TeilnehmerInnen für Studie zur Haut-Kratz-Störung

Alle Menschen beschäftigen sich täglich mit ihrer Haut, wenn sie sich waschen oder pflegen. Zwei bis fünf Prozent der Bevölkerung gehen jedoch weiter. Sie bearbeiten Unebenheiten wie Pickel oder Krusten, aber auch gesunde Hautstellen mit Fingern oder Gegenständen, so dass Wunden, Entzündungen und in der Folge Narben entstehen können. Häufig verspüren sie einen Drang zum wiederholten Berühren, Kratzen, Quetschen oder Reiben, manchmal jedoch geschieht dies auch unbewusst. Viele Betroffene empfinden Scham oder Schuldgefühle aufgrund ihres Verhaltens und ihrer Verletzungen. Am Institut für Psychologie der Karl-Franzens-Universität Graz wird nun erstmals eine Studie durchgeführt, die den Ursachen der Haut-Kratz-Störung, auch Skin Picking Disorder oder Dermatillomanie genannt, mit Hilfe der funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRT) auf den Grund gehen will. Dazu suchen Univ.-Prof. Dr. Anne Schienle und ihr Team Betroffene, die an der Studie teilnehmen möchten. Die ProbandInnen erhalten dafür eine ausführliche klinische Diagnostik sowie Therapie-Empfehlungen.

„Es ist dies die erste fMRT-Studie, die sich gezielt mit der Skin Picking Disorder befasst“, erklärt Anne Schienle. Denn obwohl die Symptome schon lange bekannt sind, wurde die Dermatillomanie erst 2013 als eigenständige psychische Störung offiziell anerkannt. „Wir wollen herausfinden, was bei der Skin Picking Disorder im Gehirn passiert, welche Zentren dabei besonders aktiv sind, damit wir die Gründe für diese Störung besser verstehen lernen“, sagt Schienle.
Geht es beim Berühren der Haut um Stressabbau, um eine Art der Befriedigung und Belohnung oder um ein übertriebenes Reinlichkeitsbedürfnis? Oder haben die Betroffenen einen veränderten Tastsinn? Die Kenntnis der Ursachen ist Voraussetzung für die Entwicklung geeigneter Therapieansätze, von denen es derzeit nur wenige gibt.

Anne Schienle und ihr Team laden Personen aller Altersgruppen, die sich angesprochen fühlen und eine ausführliche Diagnostik in der Psychologisch/Psychotherapeutischen Lehr- und Forschungsambulanz der Uni Graz wünschen, zur Teilnahme an der Studie ein. Die Untersuchungen finden von 14. Juli bis Ende September 2016 statt.

Erstellt von Gudrun Pichler

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