Seit Februar 2015 unterstützt die Karl-Franzens-Universität Graz als erste und einzige Universität Österreichs mit einem eigenen MentorInnenprogramm aktiv SchülerInnen beim Verfassen ihrer vorwissenschaftlichen Arbeit (VWA). Damit soll der Übergang von der Schule zur Universität erleichtert und akademische Schlüsselkompetenzen bereits frühzeitig erworben werden. „Es hebt die Qualität der Arbeiten, senkt auch die Hemmschwelle zum Studieneinstieg und erleichtert damit diesen Karriereschritt“, betont die Projektverantwortliche Mag. Ulrike Freitag. Die angehenden MaturantInnen erhalten Feedback zur ihren Arbeiten, Einblicke in den Studienalltag, hilfreiche Tipps für den Recherche- und Schreibprozess sowie generell offene Ohren für anfallende Fragen. Sie werden für zwei Semester ab der Einreichung des Themas bis zur Fertigstellung der VWA von ausgewählten Studierenden begleitet.
In diesem Jahr startete das Programm bereits in die dritte Runde. Als MentorInnen agieren Studierende der Geisteswissenschaftlichen, Naturwissenschaftlichen und Katholisch-Theologischen Fakultät. 50 SchülerInnen aus 15 Schulen haben sich steiermarkweit für das Programm beworben. Seit 2015 waren insgesamt mehr als 70 Studierende als MentorInnen tätig. Sie haben bislang mehr als 100 MaturantInnen von Schulen aus der ganzen Steiermark unterstützt. Kommuniziert wird vorwiegend über Social-Media-Kanäle, auch persönliche Treffen um komplizierte Anliegen zu diskutieren, werden zwischen MentorIn und Mentee ausgemacht.
Neben der GEWI-Fakultät und dem Institut für Psychologie, das sich seit 2016 beteiligt, konnten für den Jahrgang 2017 auch das Fachdidaktikzentrum der Naturwissenschaftlichen Fakultät sowie die Katholisch-Theologische Fakultät der Uni Graz als PartnerInnen gewonnen werden. Das Programm läuft damit, nach Rücksprache und mit Unterstützung des Landesschulrats für Steiermark, an allen steirischen Allgemein Bildenden Höheren Schulen (AHS) an. Für die Studierenden, die dieser Tätigkeit im Rahmen eines Praktikums nachkommen, bietet das Programm nicht nur die Gelegenheit, ihre Kompetenzen zu erweitern, sich zu vernetzen und Erfahrungen zu sammeln – sie können sich auch ECTS-Punkte im Rahmen der Freien Wahlfächer anerkennen lassen. "Ein zusätzlicher Vorteil des Programms ist, dass die Kommunikation zwischen den ProjektpartnerInnen gestärkt und so gemeinsame Ziele effektiver verfolgt werden. So ermöglicht das VWA-Mentoring sowohl eine Weiterqualifizierung der SchülerInnen als auch der der Studierenden", führt Freitag aus.
Eigener MOOC zur VWA Unterstützung beim Verfassen ihrer vorwissenschaftlichen Arbeiten oder Diplomarbeiten (Bezeichnung der an den BHS verfassten Arbeiten) erhalten Interessierte ebenfalls über einen Massive Open Online Cours (MOOC) der Universitätsbibliothek Graz, der über die Plattform imoox.at kostenlos angeboten wird. Beim entsprechenden Kurs stehen vor allem das Recherchieren, die Literatursuche sowie Informationsbewertung im Vordergrund. Jede der fünf, jeweils einwöchigen Kurseinheiten umfasst Videos mit theoretischem Input und Beispielen aus der Praxis. Zusätzlich werden Skripten zum Download bereitgestellt.