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Montag, 10.09.2012

Mit Händen sprechen

Das Fach "Österreichische Gebärdensprache" kann man seit zehn Jahren an der Uni Graz studieren.

Das Fach "Österreichische Gebärdensprache" kann man seit zehn Jahren an der Uni Graz studieren. Foto: Thommy Weiss/pixelio.de

Uni Graz feiert zehn Jahre Gebärdensprachdolmetsch-Studium mit einem internationalen Kongress

Die neuesten Forschungen zum Gebärdensprachdolmetschen stehen im Mittelpunkt eines internationalen Kongresses, der von 17. bis 19. September 2012 etwa 60 hochkarätige WissenschafterInnen aus aller Welt an die Karl-Franzens-Universität Graz bringt. Veranstaltet wird die Tagung alle zwei Jahre vom europäischen GebärdendolmetscherInnenverband – für die Uni Graz wird sie vom Institut für Theoretische und Angewandte Translationswissenschaft (ITAT) organisiert. Als einzige österreichische Hochschule bietet die Karl-Franzens-Universität seit zehn Jahren die akademische Ausbildung zur/zum GebärdensprachdolmetscherIn an. Im Rahmen des Bachelorstudiums „Transkulturelle Kommunikation“ und des Masterstudiums „Dolmetschen“ wird es als Fach „Österreichische Gebärdensprache“ angeboten.


Etwa acht- bis zehntausend ÖsterreicherInnen sind gehörlos; die Dunkelziffer wird von ExpertInnen noch höher geschätzt. Der Bedarf an DolmetscherInnen sei hierzulande nicht gedeckt, weiß Ass.-Prof. Dr. Nadja Grbic vom ITAT. Deshalb versuchte man früh, eine geeignete Ausbildung zu schaffen. „Das Studium in Graz ist historisch gewachsen. Wir haben uns bereits im Jahre 1990 mit dem Thema Österreichische Gebärdensprache auseinandergesetzt“, erklärt Grbic. „Über die Jahre haben wir Erfahrungen gesammelt, die wir dann zu einem eigenständigen Studium bündelten.“ Rund 25 Studierende beginnen jedes Wintersemester ein Dolmetschstudium im Fach Österreichische Gebärdensprache. Die AbsolventInnen der Uni Graz arbeiten österreichweit in Vereinen, sozialen Institutionen oder sind freiberuflich tätig. Ihre Aufträge reichen von Arztbesuchen über Dolmetschen an Bildungseinrichtungen bis zum Vortrags- und Konferenzdolmetschen.


Interdisziplinär
Inhaltlich beschäftigt sich der Kongress mit der Ausbildung von GebärdensprachdolmetscherInnen und wie man sie verbessern kann. „Es gibt nach wie vor zu wenig Lehrmaterialien in diesem Bereich“, sagt die Wissenschafterin. Die Tagung führt unterschiedliche Disziplinen zusammen und hat das Ziel, einen Informationsaustausch für Gebärdensprachdolmetsch-Lehrende zu ermöglichen. Ebenso stehen neue und innovative Zugänge zur Ausbildung im Mittelpunkt von Vorträgen, Diskussionen und Workshops. Als Gäste werden hörende und gehörlose ExpertInnen und BesucherInnen aus Österreich, Europa, den USA und Australien erwartet.

 

Das Studium in Graz ist historisch gewachsen. Wir haben uns bereits im Jahre 1990 mit dem Thema Österreichische Gebärdensprache auseinandergesetzt. Nadja Grbic


Sign Language Interpreter Training: An Integrated Approach

Zeit und Ort: 17.-19. September 2012, Mehrzwecksaal, Merangasse 70, 8010 Graz
Mehr zum Kongress erfahren Sie unter
http://www.uni-graz.at/uedo1www/uedo1www-veranstaltungen/efsli_rainers__seminar.htm

Kontakt:
Ass.-Prof. Dr. Nadja Grbic
Institut für Theoretische und Angewandte
Translationswissenschaften der Karl-Franzens-Universität Graz
Tel.: 0316/380-2678
E-Mail: nadja.grbic(at)uni-graz.at

Erstellt von Konstantinos Tzivanopoulos

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