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Mittwoch, 17.05.2017

Superman & Co

Wenn Superhelden, wie Superman, bis zum Happy-End kämpfen, dann führt auch die Religion Regie. Foto: pixabay.com

Wenn Superhelden, wie Superman, bis zum Happy-End kämpfen, dann führt auch die Religion Regie. Foto: pixabay.com

In Comic-Verfilmungen führt die Religion Regie - TheologInnen der Uni Graz beleuchten die Helden der Leinwand

Mit Rekord-Einspielergebnissen zählen die Comic-Verfilmungen „Captain America“, „Deadpool“, „Dschungelbuch“ und „Batman vs. Superman“ zu den erfolgreichsten Kinostreifen des Jahres 2016. Wenn die Helden über die Leinwand flimmern, Gut gegen Böse bis zum Happy-End kämpfen, dann führt oft die Religion Regie. Diese Einflüsse zeigen die Religionswissenschafterin Theresia Heimerl und der Theologe Christian Wessely in ihren Forschungen an der Uni Graz auf. Vom 24. bis 27. Mai 2017 steht das Thema Comic/Verfilmung und Religion auch im Mittelpunkt einer Tagung.

Donald Duck, Asterix und Superman – sie waren die Helden von Generationen. Für viele stellten die bunten Bildergeschichten fast eine Glaubensfrage dar. Religiöse Querverbindungen gibt es auf jeden Fall, wie Christian Wessely vom Institut für Fundamentaltheologie bestätigt: „Während die große Zeit der Comics vorbei ist, erleben derzeit deren Verfilmungen einen Boom.“ Und ein Blick auf die Liste der Blockbuster 2016 gibt ihm Recht: Unter den Top 10 der Kinocharts finden sich gleich vier Comic-Verfilmungen. Mit einem Einspielergebnis von mehr als 1,1 Milliarden Dollar ist „Captain America“ sogar der weltweite erfolgreichste Film des Vorjahres.
„Die Geschichten basieren häufig auf dem Erlöser-Mythos: Wie wird aus Unheil wieder Heil“, deutet Wessely den religiösen Hintergrund. „Es handelt sich oft um eine apokalyptische Auseinandersetzung, die zudem ein einfaches Muster von Schwarz und Weiß bedient.“ Darüber hinaus lassen sich in den Storys dystopische Aspekte, also negative Lebenswelten aus Ausgangssituation, ausmachen: „Viele finden sich darin wieder.“
Bilder und knappe Sprache bilden auch die Erfolgsfaktoren der Sozialen Medien. Der Fundamentaltheologe stellt daher weitere Parallelen her: „Mit einem oder wenigen Bildern lassen sich, optimiert für die Aufmerksamkeitsspanne der Generation des Web 2.0, weltanschauliche, religiöse und soziale Probleme formulieren und zugleich scheinbare oder tatsächliche Lösungsvorschläge transportieren.“

Die bisher unzureichende wissenschaftliche Erforschung dieses Gebietes soll im Rahmen der Tagung vom 24. bis 27. Mai 2017 am Unizentrum Theologie der Uni Graz vorangetrieben werden. WissenschafterInnen beleuchten unterschiedliche Aspekte des Themas:
Superheldinnen, weibliche Schurken und andere Frauen. Weibliche Geschlechterstereotype und ihr subversives Potenzial in Comic-Verfilmungen (Theresia Heimerl),
Visualisierung des Jüdischen im Comic (Frank Stern),
Das Paradigma des Antihelden: Donald Duck (Patrick Bahners)

Ergänzende Filmvorführungen sowie eine Ausstellung mit einzigartigen Comic-Objekten – darunter die berühmte Königin Duckfretete – vervollständigen das Programm.
https://comics-religion-2017.uni-graz.at


Erstellt von Andreas Schweiger

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