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Montag, 10.08.2015

WegenerNet ist Partner der NASA

Der 2014 gestartete Global Precipitation Mission (GPM)-Satellit mit neuem Niederschlagsradar ist Kern der Precipitation Measurement Missions (PMM). Bild: NASA 2015

Der 2014 gestartete Global Precipitation Mission (GPM)-Satellit mit neuem Niederschlagsradar ist Kern der Precipitation Measurement Missions (PMM). Bild: NASA 2015

Das WegenerNet in der Feldbachregion/Südoststeiermark ist ein dichtes Netz von mehr als 150 Stationen für die Wetter- und Klimaforschung. Grafik: Wegener Center 2014

Das WegenerNet in der Feldbachregion/Südoststeiermark ist ein dichtes Netz von mehr als 150 Stationen für die Wetter- und Klimaforschung. Grafik: Wegener Center 2014

Vom steirischen Zirbitzkogel-Radar (ZIR) abgeleitete Starkregenfelder über der Südoststeiermark können mittels Daten der WegenerNet-Feldbachregion (schwarzes Rechteck) überprüft werden. Grafik: ZAMG/Wegener Center 2015

Vom steirischen Zirbitzkogel-Radar (ZIR) abgeleitete Starkregenfelder über der Südoststeiermark können mittels Daten der WegenerNet-Feldbachregion (schwarzes Rechteck) überprüft werden. Grafik: ZAMG/Wegener Center 2015

Das Klimastationsnetz der Uni Graz hilft Niederschlagsmessungen per Satellit zu verbessern

Das WegenerNet ist ein international einzigartiges Klimastationsnetz des Wegener Center der Universität Graz. Im Raum Feldbach in der Südoststeiermark sammeln seit 2007 über 150 Messstationen, die nur ein bis zwei Kilometer voneinander entfernt sind, alle fünf Minuten Daten zu Temperatur, Niederschlag und weiteren wichtigen Klimagrößen. Ergänzend misst seit 2010 ein alpines Stationsnetz im Johnsbachgebiet im Ennstal. Die hohe räumliche und zeitliche Dichte der Aufzeichnungen ist weltweit einmalig. Aus diesem Grund hat die NASA das WegenerNet-Team nun als Partner ins Boot geholt: Die Grazer ForscherInnen wurden Mitglied des „Precipitation Measurement Missions (PMM) Science Teams“ der amerikanischen Raumfahrtbehörde. PMM bezeichnet als Abkürzung das Kollektiv aller Satelliten zur globalen Niederschlagsmessung.

2014 hat die NASA die „Global Precipitation Mission (GPM)“ gestartet. Dieser Satellit ist der erste, der mittels Radar die Niederschläge nicht nur über den Tropen, sondern auch in den Mittleren Breiten und damit unter anderem in Europa misst. Um Fehler bei den Radarbeobachtungen korrigieren zu können, muss das System anhand von genauen Referenzmessungen geeicht werden. Dazu sollen nun die Satelliten-Daten mit jenen des WegenerNet abgeglichen werden.

„Unsere Klimastationsnetze in der Feldbachregion und im Johnsbachtal eignen sich optimal zur Überprüfung und Aneichung der Satellitenradardaten, die eine räumliche Auflösung von etwa drei mal drei Kilometer haben“, betont Univ.-Prof. Dr. Gottfried Kirchengast, Initiator und Leiter des WegenerNet sowie des Wegener Center für Klima und Globalen Wandel der Universität Graz. „Nur das WegenerNet liefert langfristig gute Boden-Daten in einem so engen Raster.“ Assoz. Prof. Dr. Ulrich Foelsche vom Institut für Physik, Sprecher des Grazer PMM-Partnerteams, unterstreicht ergänzend die Bedeutung der Kooperation: „Niederschlagsdaten spielen eine sehr wichtige Rolle, um den Klimawandel und Wetterextreme besser zu verstehen. Durch unsere Kooperation mit der NASA können wir wesentlich dazu beitragen, die Qualität dieser Daten aus Radarmessungen weltweit zu verbessern.“

Dass die Aufzeichnungen des WegenerNet ideal zur Überprüfung und Kalibrierung von Radarmessungen genutzt werden können, zeigte sich bereits in einem gemeinsamen Projekt mit der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), die in Österreich für mehrere Boden-Radarstationen Niederschlagsfelder berechnet. In einer kürzlich erschienenen Publikation im renommierten Fachjournal „Hydrology and Earth System Sciences“ untersuchten die ForscherInnen die Qualität der Radardaten mit Hilfe des WegenerNet. Sie fanden heraus, dass bei diesen Messungen Regenmengen teilweise stark unterschätzt werden. Dank der Studie lassen sich die Ergebnisse in Zukunft entsprechend verbessern.

Die WegenerNet-Arbeiten werden vom Land Steiermark, der Stadt Graz und dem Wissenschaftsfonds FWF gefördert und sind im Forschungsschwerpunkt „Umwelt und Globaler Wandel“ der Universität Graz verankert.

Erstellt von Gudrun Pichler

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