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Donnerstag, 04.02.2021

Arbeit der Zukunft

Der Innovationsschub werde zu neuartigen, ideenreichen Jobs führen, aber wohl kaum zu einer großen Zahl zusätzlicher Stellen, meint Wirtschaftsinformatiker Stefan Thalmann. Foto: Rodrigo Joaquin Mba Mikue auf Pixabay

Der Innovationsschub werde zu neuartigen, ideenreichen Jobs führen, aber wohl kaum zu einer großen Zahl zusätzlicher Stellen, meint Wirtschaftsinformatiker Stefan Thalmann. Foto: Rodrigo Joaquin Mba Mikue auf Pixabay

Rettet die Digitalisierung unsere Jobs? Wirtschaftsinformatiker Stefan Thalmann erwartet eine Welle der Veränderung

Mehr als eine halbe Million ist derzeit in Österreich ohne Beschäftigung. Und die Prognosen sind düster, selbst nach überstandener Pandemie. Können mit der Digitalisierung Jobs gerettet werden? „Es wird eine Veränderungswelle auf uns zukommen“, bekräftigt Stefan Thalmann, Wirtschaftsinformatiker an der Universität Graz. Zusätzliche, neue Stellen am Arbeitsmarkt sieht er in Summe nicht, aber viele neue Anforderungen.

„Keine Angst“, beruhigt Thalmann. Jeder technologische Fortschritt habe bislang Unruhe erzeugt, erinnert er etwa an den Beginn der Computer-Ära. „Wir stehen seit längerem vor einem Umbruch, die Pandemie hat die Entwicklung nur noch beschleunigt“, sagt der Forscher, der das Business Analytics and Data Science Center an der Universität Graz leitet. Der Innovationsschub werde zu neuartigen, ideenreichen Jobs führen, aber wohl kaum zu einer großen Zahl zusätzlicher Stellen. Ein Trend zur Selbstständigkeit in der Service-Branche stimmt Stefan Thalmann zuversichtlich: „Im Start-up-Bereich tut sich hier bereits viel. Es wird sicher Berufe geben, die wir heute noch gar nicht kennen.“

Wie sich jetzt schon zeigt, werde sich insbesondere die Büroarbeit wandeln. Er vermutet: „Wer sich nicht anpasst, wird es schwer haben.“ Qualifikation und Ausbildung seien das Um und Auf. „Das muss schon frühzeitig in der Schule beginnen“, definiert der Wissenschafter eine gesellschaftliche Aufgabe.
Das notwendige berufliche Rüstzeug ausschließlich auf akademischem Boden zu erwerben, hält der Experte für wenig zielführend.
„Handwerk hat eine gute Zukunft“, ist der Wirtschaftsinformatiker überzeugt. Egal ob TischlerInnen oder LandwirtInnen, ohne Technisierung ginge in diesen Berufen oft gar nichts mehr. „Viele Tätigkeiten, die anstrengend sind und wir nicht gerne machen, werden weiter automatisiert. Doch Maschinen erleichtern nicht nur die Arbeit, sie müssen auch bedient werden.“ Daher werden sich, so Thalmann, die Anforderungen in den allermeisten Berufen radikal ändern oder haben sich bereits geändert.

Stefan Thalmann sieht eine Veränderungswelle auf den Arbeitsmarkt zurollen, die durch die Pandemie beschleunigt wurde. Foto: Uni Graz/Konstantinov
Stefan Thalmann sieht eine Veränderungswelle auf den Arbeitsmarkt zurollen, die durch die Pandemie beschleunigt wurde. Foto: Uni Graz/Konstantinov
Erstellt von Andreas Schweiger

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