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Dienstag, 13.12.2022

Neue Politik-Studie

Gruppe junger Mesnchen

Menschen unter 30 geben häufiger an, sich nicht für die Politik in Österreich zu interessieren, so eine aktuelle Umfrage der Uni Graz. Foto: Broke Cagle - unsplash

Junge Menschen zweifeln eher am Idealmodell Demokratie

Blockierte Straßen und besetze Hörsäle: Klima-Aktivist:innen nutzen Instrumente der Demokratie, um auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen. Diese Regierungsform haten aber nur noch drei Viertel der Menschen unter 30 für die beste. Das ist ein Ergebnis der jüngsten Befragung für das Demokratie-Radar, die die Universitäten Graz und Krems gemeinsam durchgeführt haben.

„Die persönliche Lebenserfahrung bestimmt unsere politischen Einstellungen mit. Gerade die junge Generation hat – glücklicherweise – keine Zeiten ohne funktionierende Demokratie erlebt, und auch Erzählungen aus der Familie sind sehr selten geworden“, analysiert Dr. Katrin Praprotnik, Projektleiterin des Austrian Democracy Labs von der Universität Graz, das Ergebnis.

Wenig Interesse bei Jungen
Menschen unter 30 geben häufiger an, sich nicht für die Politik in Österreich zu interessieren (41 Prozent zu 27 Prozent in der Gesamtbevölkerung). Dementsprechend nutzen sie auch weniger häufig Medien, um sich über die innenpolitischen Ereignisse zu informieren. Das schließt allerdings ein generelles Engagement für die Gesellschaft keinesfalls aus, wie beispielsweise Klima-Aktivist:innen regelmäßig beweisen.

Sinkende Zufriedenheit
Nur mehr 58 Prozent sind der Meinung, dass die Demokratie „sehr gut“ oder „eher gut“ funktioniert. Vor einem halben Jahr lag dieser Wert bei 61 Prozent, zu Beginn des Demokratieradars im Frühjahr/Sommer 2018 noch bei 77 Prozent. Diese Unzufriedenheit mit dem Funktionieren der Demokratie äußert sich auch in einem mehrheitlichen Wunsch, das politische System grundlegend umzubauen: 63 Prozent der befragten Personen sind dafür.

Über das Demokratieradar
Das Demokratieradar ist eine halbjährliche Studie der Universitäten Graz und Krems in Kooperation mit Forum Morgen. Sie basiert auf einer Umfrage unter rund 4.500 Personen ab 14 Jahren in Österreich. Als Teil des Austrian Democracy Lab analysiert das Demokratieradar seit Anfang 2018 den Zustand der Demokratie in Österreich und arbeitet Vorschläge zu ihrer Weiterentwicklung aus. Soeben wurden die Ergebnisse der 10. Welle publiziert.

>>  mehr Informationen zu den Umfragen www.austriandemocracylab.at

Erstellt von Dagmar Eklaude

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