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Universität Graz Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit Presseaussendungen Ein dickes Ding: Warum wir den Lovesong der Grille nicht immer hören
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Montag, 13.04.2026

Ein dickes Ding: Warum wir den Lovesong der Grille nicht immer hören

Grille Pseudolebinthus

Die Grillen-Spezies Pseudolebinthus aus Südost-Afrika erzeugt Paarungsrufe im Ultraschallbereich mit Frequenzen von bis zu 20 kHz. Foto: Tony Robillard

Es ist der Sound des Sommers, der schon bald auf unseren Wiesen erklingt: die Melodie der Grillen. Doch nicht jeder Gesang dieser Insekten ist für uns wahrnehmbar. Einzelne Arten zirpen nämlich im Ultraschallbereich. Wie das eine in Afrika beheimatete Art macht, haben internationale Wissenschaftler:innen unter Leitung der Universität Graz enträtselt. Diese Grille hat im Flügel eine verdickte Ader entwickelt, die die Frequenz in die Höhe treibt.

„Grillen setzen akustische Signal ein, um Partnerinnen anzulocken“, erklärt Thorin Jonsson vom Institut für Biologie der Uni Graz. Das typische Zirpen liegt aber nicht immer in der für Menschen hörbaren Frequenz von rund fünf Kilohertz (kHz). „Die Spezies Pseudolebinthus aus Südost-Afrika erzeugt Paarungsrufe im Ultraschallbereich mit Frequenzen von bis zu 20 kHz. Damit kann sie sich zum Beispiel vor Fressfeinden schützen“, begründet der Biologe.

Instrument der Grille

Das Instrument aller Grillen sitzt auf den Flügeln. Auf einer Seite befindet sich eine kleine Leiste mit Zähnen, auf der anderen eine harte Kante. Durch das Aneinanderreiben entstehen die Gesänge. „Ähnlich wie bei einem Waschbrett“, vergleicht der Zoologe. 
Eine Möglichkeit wäre es, dass die Tiere die Teile schneller aneinanderreiben, um die hohen Töne zu produzieren. Die untersuchte afrikanische Art hat jedoch ihren Gesangsapparat verändert, wie ein internationales Team herausgefunden hat. „Sie hat im Laufe der Evolution auf dem Flügel eine verdickte Ader gebildet. Diese beeinflusst die Schwingungseigenschaften“, verweist Thorin Jonsson, Erstautor der Studie, auf das bei diesen Grillen einzigartige morphologische Merkmal.

Harmonic Hopping

„Bemerkenswert ist außerdem“, betont der Wissenschaftler, „dass die Insekten zwar in der herkömmlichen Frequenz von fünf kHz singen, der veränderte Klangkörper jedoch einen harmonischen Sprung auf 20 kHz verursacht.“ Diese Verschiebung von Grund- auf Oberton wird in der Fachsprache als „harmonic hopping“ bezeichnet.

An der Forschungsarbeit waren neben Thorin Jonsson Wissenschaftler:innen des Naturhistorischen Museums in Paris (F) sowie der Universität Lincoln (UK) beteiligt. Die Ergebnisse wurden kürzlich im Journal of Experimental Biology veröffentlicht.

Wer auch wie Thorin Jonsson neugierig ist, wie Grillen „musizieren“ oder welche außergewöhnlichen Eigenschaften andere Insekten aufweisen, studiert an der Uni Graz Biologie. 

Thorin Jonsson ©Uni Graz/Schweiger
©Uni Graz/Schweiger
Thorin Jonsson mit einem Modell des Flügels der Grille. Eine verdickte Ader treibt die Frequenz in die Höhe. Foto: Uni Graz/Schweiger
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Erstellt von Andreas Schweiger

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