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Universität Graz Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit Presseaussendungen Forscher:innen entdecken natürlichen Wirkstoff zum Schutz vor Lebererkrankungen
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Montag, 30.03.2026

Forscher:innen entdecken natürlichen Wirkstoff zum Schutz vor Lebererkrankungen

Ein Mann sitzt in einem Labor ©MICHAELA BEGSTEIGER

Andreas Koeberle hat mit seinem Team und Kolleg:innen der Uni Innsbruck den natürlichen Wirkstoff Mitrephoron B untersucht, der neue Behandlungsansätze für Lebererkrankungen ermöglicht. Foto: Uni Graz/Begsteiger.

Die Leber leidet still. „Fetteinlagerungen, strukturelle Zerstörung des Gewebes oder mutierende Tumorzellen – all das fliegt eine Weile unter dem Radar. Begleitet werden diese Veränderungen oft von leichten, jedoch chronischen Entzündungen“, erklärt Andreas Koeberle, Pharmazeut an der Universität Graz. Er hat mit seinem Team und Kolleg:innen der Universität Innsbruck den Wirkstoff Mitrephoron B untersucht, der neue Behandlungsansätze ermöglicht. Die Ergebnisse der Studie wurden kürzlich in der Open-Access-Fachzeitschrift „Theranostics“ veröffentlicht.

Mitrephoron B wird aus dem auf Borneo beheimateten Busch Mitrephora glabra gewonnen und hat mehrere positive Wirkungen auf die Leber, schildert Koeberle. „Zum einen greift der Wirkstoff in die Arbeit der Lipidtropfen ein. Das sind Organellen, die Energie für magere Zeiten speichern. Mitrephoron B verändert die Zusammensetzung der Fettsäuren in den Lipidtropfen und macht die Zellhaut dadurch widerstandsfähiger gegen oxidativen Stress.“ Zum anderen verlangsamt der Wirkstoff die Produktion von mehreren Botenstoffen, die Entzündungen fördern. „Gleichzeitig hilft Mitrephoron B dem Körper, selbst Substanzen zu bilden, die Inflammationen hemmen und so Zellen vor dem Tod schützen“, resümiert der Forscher. 

Auch in den Fettstoffwechsel greift der Wirkstoff ein: Er senkt die Spiegel von gespeichertem Cholesterol in Immunzellen. „Das Überangebot an Lipiden ist einer der Faktoren, die häufig eine niedrig-gradige Dauerentzündung auslösen, die wiederum zu Leberzirrhose, Fettleber oder Krebs führen kann“, beschreibt der Forscher. Wird der Cholesterol-Spiegel in Immunzellen gesenkt, kann das dazu beitragen, dass Krankheiten langsamer voranschreiten. 

Mitrephoron B ist also ein vielversprechender Kandidat für die Entwicklung neuer Medikamente. „Weitere Untersuchungen sind allerdings notwendig, um die Wirksamkeit und Sicherheit des Wirkstoffs zu bestätigen“, betont Koeberle. 

 

Publikationsdaten: Waltl, L., Wein, L.A., Bereuter, L., Su, F., Barta, H., Le Xuan, L., Holubek, D., Mahmoudi, Z., Puskac, K., Siller, A., Schlenke, P., Schennach, H., Pferschy-Wenzig, E.M., Schött, H., Racedo, S., Koeberle, S.C., Magauer, T., Koeberle, A. (2026) Context-dependent activities of mitrephorone link lipid redirection, anti-inflammatory action, and ferroptosis control to hepatocyte protection (2026). Theranostics. https://doi.org/10.7150/thno.127100. 

Erstellt von Gerhild Leljak

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