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Mittwoch, 20.05.2026

Zukunft der Wissensregion Steiermark in Gefahr

Vier Rektor:innen und eine Vizerektorin stehen mit verschränkten Armen und finsteren Gesichtern hinter einer Absperrung. ©Harry Schiffer Photodesign

Horst Bischof (Rektor Technische Universität Graz), Manuela Raith (Vizerektorin Montanuniversität Leoben), Peter Riedler (Rektor Universität Graz), Andrea Kurz (Rektorin Medizinische Universität Graz) und Georg Schulz (Rektor Universität für Musik und darstellende Kunst Graz) warnten bei einer Pressekonferenz vor den Folgen von Einsparungen bei den Universitäten. Foto: Harry Schiffer

500 Millionen Euro sollen bei steirischen Universitäten gestrichen werden. Damit werden Entwicklung und Konkurrenzfähigkeit des Wissenschafts-, Kultur- und Wirtschaftsstandortes kurzfristigen Sparzielen geopfert, fürchten die Rektor:innen.

Die angekündigten Milliardenkürzungen bei den Universitäten gefährden den Forschungs- und Wissenschaftsstandort Steiermark massiv, der mit einer Forschungsquote von 5,31 Prozent für mehr als ein Fünftel der gesamten Forschungs- und Entwicklungsleistungen Österreichs verantwortlich ist. Ein Viertel davon kommt von den öffentlichen Hochschulen. Mit dem zu erwartenden historischen Rückschritt wird es nicht möglich sein, diesen europaweiten Spitzenplatz zu halten. 

„Das ist kein Sparpaket, das ist ein Kahlschlag am Herzen der Wissensregion Steiermark. Wenn diese Kürzungen kommen, verlieren wir Spitzenforschung, verlängern Studien, verlieren junge Talente und gefährden Wohlstand und Innovationskraft der gesamten Region“, erklären die steirischen Rektoren und Rektorinnen unisono.

Das Unibudget der aktuellen Leistungsvereinbarungsperiode 2025 bis 2027 beträgt 16,5 Milliarden Euro. Um den Status quo der österreichischen Forschungslandschaft aufrechtzuerhalten, wurde für die Jahre 2028 bis 2030 ein Finanzierungsbedarf von rund 18 Milliarden Euro berechnet. Die Regierung plant jedoch, das Unibudget im Vergleich zur laufenden Periode um eine Milliarde Euro auf 15,5 Milliarden Euro zu kürzen. Diese Budgetpolitik bringt nicht nur einen Rückschritt in der Ausbildung dringend gebrauchter Fachkräfte, sie ist auch eine folgenschwere Bremse für exzellente Forschung und die Entwicklung neuer Technologien und Innovationen. 

Was es bedeutet, wenn Universitäten 2,5 Milliarden Euro fehlen, hat die Universitätskonferenz klar vorgerechnet: Es bedeutet eine Kürzung um rund 20 Prozent des Personals, damit kann jede fünfte Person nicht mehr beschäftigt werden. Das würde vor allem Nachwuchswissenschaftler und -wissenschaftlerinnen treffen, die aktuell in befristeten Anstellungsverhältnissen beschäftigt sind. 

Finanzierungslücke trifft Steiermark empfindlich

Für die Steiermark bedeutet das, dass mehrere tausend junge Expertinnen und Experten ihren Job verlieren und vermutlich das Land verlassen werden. Denn sie haben hier eine Top-Ausbildung bekommen, die weltweit gefragt ist. 

Wenn 500 Millionen Euro den steirischen Universitäten in Graz und Leoben gestrichen werden, wird das vor allem für Studierende in der Steiermark und insbesondere in Graz intensive Auswirkungen haben. Ohne den wissenschaftlichen Nachwuchs wird das aktuelle Angebot an Lehrveranstaltungen nicht gehalten werden können. Das bedeutet, dass Studierende sich auf Wartelisten und einen späteren Studienabschluss einstellen werden müssen. Und das schadet dem Wirtschaftsraum Steiermark und Kärnten.

Aber nicht nur die Steiermark, sondern auch Graz wird als Universitäts- und Kulturstadt an Ansehen verlieren. Denn die Universitäten sind maßgebliche Arbeitgeber und tragen zur Wertschöpfung und zum Lebensgefühl in Graz bei. Wenn die Universitäten gezwungen werden, ihr Angebot an Ausbildung und Forschung zu kürzen, sinkt auch die Attraktivität der Stadt für junge Menschen und renommierte Fachkräfte aus dem Ausland. 

„Den Sparstift derart massiv ausgerechnet bei Bildung, Wissenschaft und Forschung anzusetzen, ist kurzsichtig und schlicht eine große Fehlentscheidung. Denn gekürzt wird damit beim geistigen Potenzial dieses Landes, bei zukünftiger Innovation und damit auch der wirtschaftlichen Entwicklung. Die Steiermark kann nur ein innovativer Industriestandort bleiben, wenn sie auch ein attraktiver Wissenschaftsstandort bleibt. Wir appellieren dringend an die Bundesregierung, diese Kürzungen zu verhindern“, sagen die Rektorinnen und Rektoren abschließend.

Erstellt von Linde Tuscher

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