„Wir brauchen Profis für die Kinder“, unterstreicht Catherine Walter-Laager, Vizerektorin und Leiterin des Zentrums für Professionalisierung der Elementarpädagogik an der Uni Graz, den Mehrwert der Ausbildung. „Gerade in den ersten Jahren wird die Basis für die Zukunft eines Kindes gelegt, Defizite sind später nur schwer rückgängig zu machen und beeinflussen die gesamte Gesellschaft.“
43 neue Schlüsselkräfte, die nun eine Gruppe in Kinderkrippen und Kindergärten führen dürfen, übernehmen diese verantwortungsvolle Aufgabe: Sie sind die ersten, die den sowohl praxisnahen als auch wissenschaftlich fundierten Lehrgang „Elementar+“ an der Universität Graz abgeschlossen haben.
Ab dem kommenden Wintersemester befinden sich dann mehr als 550 Personen in der Ausbildung, da die Anzahl der Studienplätze mit Unterstützung des Bildungsministeriums massiv ausgebaut wurde. Die Lehrveranstaltungen finden überwiegend online statt, so dass das kostenlose Angebot flexibel von Zeit sowie Ort und damit berufsbegleitend in Anspruch genommen werden kann.
Nutzen für den Alltag
Den Mehrwert für die Praxis bestätigt die frischgebackene Lehrgangsabsolventin Yasemin Demir: „Vieles lässt sich direkt in alltäglichen Situationen im Kindergarten umsetzen, besonders gut das Wissen über Interaktionsqualität, Partizipation und die individuelle Entwicklungsbegleitung der Kinder.“ Kollegin Melanie Moro bekräftigt: „Ich konnte meine langjährige praktische Erfahrung mit fundiertem pädagogischem Wissen verknüpfen. Dadurch kann ich mein eigenes Handeln heute noch bewusster reflektieren und fachlich begründen.“ Karin Kouka betont, dass sie neues Verständnis für alltägliche Herausforderungen gewonnen habe: „Ich betrachte viele Situationen nun aus einem völlig neuen Blickwinkel.“
Unterstützung für 20.000 Kinderbetreuungseinrichtungen
Rektor Peter Riedler unterstreicht die Vorreiterrolle der Uni Graz in Forschung und Lehre: „Wir haben Österreichs erste Professur für Elementarpädagogik sowie das erste Masterstudium eingerichtet. Seit kurzem bieten wir als einzige Universität auch ein Bachelorstudium für Elementarpädagogik.“ Zudem ist in diesem Fachbereich das Zentrum für Professionalisierung der Elementarpädagogik mit Standorten in Graz und Berlin die größte universitäre Einrichtung im deutschsprachigen Raum. Das wissenschaftliche Team unterstützt aktuell mehr als 20.000 Kinderbetreuungseinrichtungen.